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Donnerstag, 20. September 2018

Energiewende der Bürger stärken

In vielfältigen Formen engagieren sich Bürgerinnen und Bürger in ihren Kommunen und Regionen für Belange des Klimaschutzes und der dezentralen Energiewende. Mit Hilfe von Energiegenossenschaften und anderen bürgergetragenen Organisationsformen verändern sie die Energieversorgung grundlegend. 

Engagement, Partizipation, Selbstversorgung und Regionalität sind wesentliche Merkmale der Bürgerenergie. Auf welche Herausforderungen die Bürgerenergie-Aktiven dabei stoßen, welche Lösungen sie entwickeln und welche Beiträge sie für eine umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation unseres Energiesystems leisten (können) - diese und ähnliche Fragen behandelt dieser Band.

Christian Lautermann (Hg.): Die Energiewende der Bürger stärken. 

Marburg 2018, 322 S., 34,80 Euro, ISBN 978-3-7316-1285-8

Donnerstag, 20. August 2015

Neues vom Verlag Klaus Wagenbach

GIFT IN LEBENSMITTELN: Rentner werfen mit Boule-Kugeln, Afrika ist ganz nah, und Trüffel aus Südfrankreich spielen in dem neuen Roman von Javier Sebastián eine gefährliche Hauptrolle
 
SEX IM KLOSTER / LEICHEN IM KELLER: Diese etwas wahnsinnige Familiengeschichte von Irina Teodorescu beginnt wie eine rumänische Legende, durcheilt ein ganzes Jahrhundert und landet unversehens in der Gegenwart
 
NACH JAHREN WIEDERGEFUNDEN: Ursprünglich lektoriert von Klaus Wagenbach, gehört Johannes Bobrowskis schöner Roman zur Weltliteratur und auf jeden Nachttisch
 
VERSTECKT UND AUSGEKOCHT: Nicht immer ganz koscher aber anekdotenreich wurde bei Luciano Valabrega im jüdischen Rom gekocht
 
KANONEN UND PFERDEWETTEN: Die journalistische Karriere von Egon Erwin Kisch begann in Prag und nicht zuletzt auf der Pferderennbahn (siehe Coverfoto!)
 
FAMILIENGEHEIMNISSE UND ERBSTREITIGKEITEN: Wenn Schwestern ihre gemeinsame Vergangenheit aufräumen, geht auch bei Marcello Fois einiges Geschirr zu Bruch
 
CHINESISCHE SCHATZKARTE IN OXFORD AUFGETAUCHT: Unverständliche Schriftzeichen, eine Landkarte mit Schmetterlingen, ein falscher Kompass: die Studie von Timothy Brook liest sich wie ein historischer Wissenschaftskrimi
 
KREUZER RAMMT RENAISSANCE-PALAST: Mit dem Tourismus, schreibt Salvatore Settis, können manche Städte viel Geld verdienen, ihre Seele jedoch wird dabei nicht selten mit verkauft
 
HISTORIKER BELEGT MENSCHLICHEN WANDERTRIEB: Massimo Livi Bacci zeigt, dass unsere Artgenossen zu allen Zeiten ihr Säckel gepackt und sich auf den Weg gemacht haben, einer besseren Zukunft entgegen. Die ganze Welt hat also einen Migrationshintergrund!
 
AUS ALLER WELT:
Am 3. September eröffnen wir in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg die Ausstellung „50 Jahre Wagenbach“/ Anton Tantner stellt sein Buch „Die ersten Suchmaschinen“ am 8. September im Berliner Kommunikationsmuseum vor / Deborah Levy wird am 11. September zum Internationalen Literaturfestival in Berlin erwartet / am 28. September bekommt Birgit Leib in München das Übersetzerstipendium des Freistaats Bayern für ihre Übertragung des Romans „Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen von  Irina Teodorescu / die Autorin wird auch da sein und außerdem vom 12.-15. November auf der BuchWien / Ursula Ackrill liest aus „Zeiden, im Januar“ am 13. September auf dem Harbour Front Festival in Hamburg, am 15. Oktober in München
 
Kontaktanzeige: Alles weitere und viele Termine findet man unter www.wagenbach.de, und wenn Sie noch Fragen, Wünsche, Anregungen haben, dann melden Sie sich gerne.
 
Wir freuen uns über ernst gemeinte Zuschriften – auch ohne Bild!
Herzliche Grüße -
Ihr Verlag Klaus Wagenbach

Donnerstag, 11. Juni 2015

Das deutsche Modell

Neues E-Book kostenlos erhältlich

Vorbild oder Störenfried? Wie ausländische Wissenschaftler das „German Model“ sehen

Deutschland steht seit der Bewältigung der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009/2010 wirtschaftlich relativ gut da. Immer wieder ist von einem „deutschen Modell“ die Rede, das die positive Entwicklung bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit und beim Exportwachstum erkläre. Gibt es dieses Modell wirklich? Worauf beruht es? Wie nachhaltig ist es? Kann und sollte es Vorbild für andere Volkswirtschaften sein? Diesen Fragen geht das neue E-Book „The German Model – Seen by its Neighbours“ nach.

Dabei spielt der Blick von Außen eine wichtige Rolle: Die Mehrheit der mehr als 20 Autorinnen und Autoren forscht an Universitäten im europäischen Ausland und den USA. Unter ihnen sind unter anderem Prof. Dr. Peter A. Hall von der Harvard University, Prof. Dr. Robert Boyer vom französischen Institut des Amériques oder Prof. Dr. Martin Seeleib-Kaiser von der Oxford University. Ihre Untersuchungen reichern die Analysen aus deutscher Perspektive an, die prominente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wie Prof. Dr. Anke Hassel von der Hertie School of Governance oder Prof. Dr. Wolfgang Streeck und Prof. Dr. Fritz Scharpf, die langjährigen Direktoren des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, liefern.

„Interessant ist, dass die große Mehrzahl der Forscher in einem Punkt einig ist, unabhängig davon, woher sie kommen“, sagt Prof. Dr. Brigitte Unger, wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung und Herausgeberin des Buches. „Als wesentliche Erfolgsfaktoren in Deutschland sehen sie funktionierende Institutionen und insbesondere eine verlässliche Beteiligung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihrer Organisationen.“ Diese prägten nicht nur das Tarifsystem, sondern auch die duale Berufsausbildung, berechenbare Regeln auf dem Arbeitsmarkt oder Wettbewerb und Zusammenarbeit zwischen Unternehmen. „Allerdings konstatieren viele der Experten über die vergangenen zwei Jahrzehnte eine Schwächung des `deutschen Modells´, vor allem im sozialen Bereich“, ergänzt die WSI Direktorin Unger, die selbst an der Universität Utrecht lehrt. „Und die deutsche Rolle in Europa sehen viele der Forscher kritisch.“

Einen ausführlichen Überblick über das Buch gibt die Zusammenfassung von Brigitte Unger: http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_23_2015.pdf

Das E-Book (pdf) kann kostenlos über das Internetportal „Social Europe“ heruntergeladen werden:
http://www.socialeurope.eu/wp-content/uploads/2015/04/German-Model.pdf



— Sport frei!

Samstag, 6. Juni 2015

Erntedank und „Blut und Boden“

Ausstellungskatalog: Erntedank und „Blut und Boden“ 
– Bückeberg/Hameln und Goslar 1933 bis 1938 
– NS-Rassekult und die Widerrede von Kirchengemeinden

Goslar. 2015 legte der Verein Spurensuche Harzregion e.V. den Ausstellungskatalog „Erntedank und „Blut und Boden“ – Bückeberg/Hameln und Goslar 1933 bis 1938 – NS-Rassekult und die Widerrede von Kirchengemeinden“ vor.

Der Bückeberg bei Hameln und die spätere Reichsbauernstadt Goslar gehörten seit den ersten Erntedankfeiern der NS-Diktatur im Oktober 1933 zu den zentralen Orten der Inszenierung von Führer- und Volksgemeinschaft, den Parteipredigten von Blut, Boden und Rasse durch den Reichsnährstand. Der Erntedanktag war bis dahin traditionell als Festakt zum Dank an den Schöpfergott in den Kirchen der christlichen Gemeinden begangen worden. Er wurde den Kirchen als Tag der Feier ihrer Gemeinde durch das NS-Regime entrissen.

In einer Ausstellung im Städtischen Museum Goslar wurde im Oktober/November 2009 erstmals der Versuch unternommen, diese Aspekte der „Reichserntedankfeste“ dem interessierten Publikum im gebührenden Zusammenhang vorzustellen. Die Ausstellung wurde von einem Symposium zum Thema begleitet. In der nun vorliegenden Dokumentation sind Elemente der Ausstellung abgebildet sowie die Vorträge des Symposiums abgedruckt.

Der Reichsnährstand war in Goslar an vielen Orten präsent, so mit der Reichsbauernhalle (Goslar-Halle), dem Blut- und Boden-Verlag (Bäckerstr. 22) oder der Reichsbauernschule (heutige Klubgartenstr. 9a), wo das Führungspersonal des Reichsnährstandes in mehrwöchigen Lehrgängen ideologisch gefestigt wurde. In der Tagungsstätte Hessenkopf bzw. in der Kornstr. 8 war seit 1938 die Reichsschule für Bauernführer untergebracht. Weitere Reichsnährstands-Niederlassungen befanden sich in der Hirschstr. 11, Tappenstr. 1, Zeppelinstr. 3 und im ehemaligen Hotel Nonnenberg. Zu den großen Neubauten, die u.a. auf dem Bollrich geplant waren, kam es nicht mehr.

Der Katalog wurde vom Verein Spurensuche Harzregion e.V. in Kooperation mit der Ev.-luth. Propstei Goslar und Bernhard Gelderblom als Sonderband 2 der Reihe „Spuren Harzer Zeitgeschichte“ herausgegeben und von Dr. Peter Schyga redigiert. Er bietet auf 50 Seiten und mit 75 Abbildungen viel Material zum Thema, das in der Lage ist, die zeithistorische und politische Debatte um die Schaffung einer zentralen Dauerausstellung zum Thema in Niedersachsen zu fördern und voranzutreiben.

Ausstellung und Katalog wurden maßgeblich unterstützt durch die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, wofür ebenfalls herzlich zu danken ist. Ein besonderer Dank geht auch an das Städtische Museum Goslar für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die technische, personelle und finanzielle Unterstützung sowie das Stadtarchiv Goslar für die Bereitstellung von Quellen und Ausstellungsobjekten.

Der Ausstellungskatalog ist ab sofort erhältlich im Städtischen Museum Goslar, im Buchhandel oder beim Papierflieger Verlag GmbH, Telemannstr. 1, 38678 Clausthal-Zellerfeld, Tel. 05323/96746, Fax 982831, papierflieger_verlag@web.de. Er kostet 5 Euro zzgl. Versand. ISBN: 978-3-86948-048-0.

Spurensuche Harzregion e.V.
www.spurensuche-harzregion.de
Telefon 05321/20281

Sonntag, 3. Mai 2015

Extra Tip Chefredakteur: Briefwechsel zum Mindestlohn

Briefwechsel mit Rainer Hahne, Extra Tip Chefredakteur:

He, Rainer, alte Socke, mit dem Brief “Keine Ahnung von Tüten und Blasen” hast du ja wieder voll zugeschlagen. Aber warum drischst du immer auf die Strohpuppen ein, wie Nahles und Kauder, die doch im Grunde Ihres Herzens die selbe Drecksarbeit für die Konzerne erledigen, wie du auch?

Rede doch Klartext. Es geht um den Mindestlohn, also darum, dass es ohne den Mindestlohn in diesem unserem Lande Menschen gibt, die für Hungerlöhne weit unter 8€ die Stunde voll arbeiten, aber davon nicht leben könnten, geschweige denn eine Familie ernähren.

Alter Schwede! Dieselben Leute, die sonst immer von der Familie schwärmen, als tragender Säule der Moral, der Wirtschaft des Staate und was weiß ich noch, die lassen zu oder verdienen gar daran, dass immer mehr Menschen nicht von ihrer Arbeit leben können? In einem der reichsten Länder der Welt? Wenn ich so einen Scheiss verteidigen sollte, würde. Ich auch entnervt grüssen, aber hallo.

Also gegen Bürokratie hat ja jeder was, außer den Bürokraten. Aber du tust ja so, als würde das Aufzeichnungsgebot die Betriebe mit einem riesigen Papierberg überfluten. Machen die ihre Lohnabrechnung noch mit der Hand? Schreiben die nicht sowieso auf, wer wie lange bei Ihnen arbeitet? Rechnen die gar nicht exakt ab und reichen nach Feierabend eben mal ein paar Euro aus der Kaffeekasse als Lohn rüber? Ein Schelm, der jetzt denkt, am Finanzamt vorbei, wo dein bewunderter Parteifreund Schäuble doch jeden Cent braucht. Und sei es nur, um die Lücken zu schließen, die Uschi jetzt wieder verpulvern will, mit ihrer Nörgelei an der Knarre G 36 aus der Edelschmiede Heckler und Koch. Millionen Schrott, nur weil die Wehrmacht dauernd in der Afrikanischen Hitze unterwegs ist und das Plastik von der Knarre schmilzt?

Und dann dieser Hotelketten-Göbel. Einen Brandbrief hat der Gerd Göbel geschrieben. Ein Drama spielt sich ab in Deutschland? Hallo, das kann man auch so sehen: Wenn jemand nicht in der Lage ist, seinen Leute, die für ihn arbeiten, so zu bezahlen, dass sie davon ein gutes Leben führen können, welches Recht hat der dann in diesem Lande ein Geschäft zu betreiben? Egal ob groß oder klein. Die Verleger, für die du die Drecksarbeit machst, hetzen schon lange gegen den Mindestlohn, weil ja jeder Cent, den so ein Zusteller mehr bekommt, ihren Profit schmälert. Und sie wollen ja was vererben und nicht als Arme Leute ins Grab fahren.

Und warum bezichtigst du diesen Mann gleich als Idiot? Denn das Wort leitet sich vom griechischen ἰδιώτης (idiotes) her, "Privatperson“. Es bezeichnete in der Polis Personen, die sich aus öffentlichen-politischen Angelegenheiten heraushielten und keine Ämter wahrnahmen, auch wenn sie es hätten tun können.

Also Hahne, wenn ich mit solchen Idioten in einem Boot sitzen würde, da würde ich mal den Ball ganz flach halten. Sport frei!

Dienstag, 20. Januar 2015

UNSER HARZ Januar 2015

**Das Schickert-Werk in Bad Lauterberg – ein Kapitel Harzer Rüstungs- und Industriegeschichte; Novalis und der Harz; Spätburgunder aus Quedlinburg; Die Stolberger Damenkapelle 6; Ameisen und Luchse – das Haus der Natur in Bad Harzburg: Interaktive Walderlebnisausstellung mit Luchs-Info Harz und Formicarium**
Clausthal-Zellerfeld. Die Firma Otto Schickert & Co. KG in Bad Lauterberg war in der NS-Zeit ein streng geheimes militärisches Projekt zur Herstellung von hochprozentigem Wasserstoffperoxid, das für verschiedene Einsatzmöglichkeiten in der Luftwaffe und der Marine benötigte wurde. Zahlreiche Zwangsarbeiter waren hier eingesetzt. Während sich in der Bevölkerung Bad Lauterbergs der Glaube hielt, dass in der Firma Seifenerzeugnisse hergestellt würden, bestand ab Januar 1945 sogar der Plan, hier chemische Kampfstoffe zu erzeugen – er wurde aber offensichtlich nicht mehr umgesetzt.

Novalis, oder, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, wurde auf Schloss Oberwiederstedt am östlichen Harzrand geboren. Obwohl jung gestorben, hat er viele schriftliche Zeugnisse und Denkanstöße hinterlassen und dem Harz das Lied „Der ist der Herr der Erde“ geschenkt.

Spätburgunder aus Quedlinburg – ein Text, der die „Republik Harz“ propagiert: Er bietet reichlich Denkanstöße für unsere Region.

Der 6. Teil der Serie über die Stolberger Damenkapelle beschäftigt sich mit der Rolle der Kuh als Zugtier und dem Geläut, das – kunstvoll gestimmt – Hütehilfe und Eigentum des Kuhhirten war.

Im Nationalparkforum wird das Haus der Natur in Bad Harzburg vorgestellt, das mit seiner interaktiven Walderlebnisausstellung, dem prächtigen Luchsdiorama, dem größten Formicarium Deutschlands, Filmen und nicht zuletzt seinem gut bestückten Shop immer einen Besuch – ganz besonders mit Kindern – wert ist.

Anl. Foto frei mit dieser PI: Nationalparkleiter Andreas Pusch in der Luchs-Informationsstelle im Haus der Natur. Foto: Nationalpark Harz.

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):
Altenau: GLC-Touristinformation
Bad Harzburg: Haus der Natur, Nordhäuser Str. 2B
Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark
Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12, und Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16
Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus
Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage
Osterode: Kornmarkt News Presse, Kornmarkt 4
Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Stille, Dr. Willi Bergmann-Str. 1.

Herausgeber:
Schriftleitung UNSER HARZ
Brigitte Lippmann
Ringstr. 30G
38678 Clausthal-Zellerfeld
108b@gmx.de
Tel. 05323 718474


—-- c4harry

Montag, 20. Oktober 2014

UNSER HARZ Oktober 2014

Der erste Brockenflieger Fritz Jaschinski und seine Frau Susanne – zwei deutsche Schicksale; Das ungeheure Erlebnis der Natur im Harz hat unvergängliche Spuren hinterlassen - zum 150. Geburtstag von Ricarda Huch (1864 - 1947); Das Forstwesen und der Wald; Ein Wichtel aus dem Harzer Wald – Eine fremde Heimat? Die Stolberger Damenkapelle, Teil 3; Nationalparkforum: Einladung zum Fotowettbewerb

UNSER HARZ greift das Thema „Forstwirtschaft und ihre Auswirkungen auf unsere Wälder“ auf. An vielen Stellen mehren sich kritische Stimmen zum Ausmaß und der Art der heutigen Waldnutzung, manche sprechen hier auch von Waldzerstörung. Gerade in den Landesforsten wird besonders rigide gefällt - ob im Frühjahr, wenn die Vögel nisten, oder im Sommer, wenn das Harz aus den Bäumen schießt und der Waldboden weich ist, so dass die schweren Maschinen tiefe Spuren hinterlassen.

Zurück bleibt ein trauriges Waldbild – zerfurchte Wege und Böden und oft meterhohe Reisighaufen als „Altholz“, so dass der Unterwuchs des Waldes und viele Wege auf Jahre hinaus zerstört sind. Aber auch alte Solitärbäume werden gefällt, ohne dass es hierfür einen sichtbaren Grund gibt, zeigt der Stumpf doch ein kerngesundes Holz.

Auch im Welterbe und an anderen Stellen wird nicht darauf geachtet, das Landschaftsbild erträglich zu halten oder historische Spuren, wie z. B. alte Grabenhorizonte, sicht- und begehbar zu hinterlassen. Die Landesforsten ordnen sich dem Slogan der Holzbranche „Wir müssen die Nachfrage befriedigen“ unter und betrachten sich mittlerweile als ökonomisch ausgerichteten Betrieb, doch ist diese Einstellung wirklich richtig?

Im Oktoberheft erscheint zunächst der Artikel eines ehemaligen Forstmanns, im November wird der Beitrag eines Waldökologen folgen. Auch der Harzwichtel beklagt den respektlosen Umgang mit dem Wald und Dieter Utermöhlen hat ihn darin mit einem Bild bestärkt.

Das Heft beginnt mit einer ausführlichen Fortsetzung des Brockenflieger-Artikels im Maiheft 2013, in dem das weitere Schicksal Karl Jaschinskis und seiner Frau dargestellt wird. Der zweite Beitrag in beschäftigt sich anlässlich ihres 150. Geburtstages mit Ricarda Huch, deren prägende Kindheitserlebnisse im Harz in vielen Zitaten Ausdruck finden.

Der dritte Teil der Serie über die Stolberger Damenkapelle erzählt vom Leben der Kuhhirten und im Nationalparkforum wird zum Fotowettbewerb von Nationalpark und Jungfer-Druckerei eingeladen.

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden:

Altenau: GLC-Touristinformation
Bad Harzburg: Haus der Natur, Nordhäuser Str. 2B
Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark
Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12, Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16
Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus
Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage
Osterode: Kornmarkt News Presse, Kornmarkt 4
Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Stille, Dr. Willi Bergmann-Str. 1.


Herausgeber:
Schriftleitung UNSER HARZ
Brigitte Lippmann
Ringstr. 30G
38678 Clausthal-Zellerfeld
108b@gmx.de
Tel. 05323/718474


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Freitag, 26. September 2014

Refit: EU-Kommission stellt Regeln zur Beteiligung am Arbeitsplatz in Frage

Die scheidende EU-Kommission stellt Regeln zum Schutz und zur Beteiligung von Arbeitnehmern auf den Prüfstand. Die Argumente und Verfahren dafür sind fragwürdig, zeigt eine neue Untersuchung.

Mehr demokratische Beteiligung war ein großes Thema bei der Europawahl. Erstmals soll das Ergebnis bei der Kür des Kommissionspräsidenten berücksichtigt werden. Bei der Teilhabe am Arbeitsplatz scheint der Trend indes in die Gegenrichtung zu laufen: Unter dem Titel "Refit - Fit for Growth" überprüft die amtierende Kommission europäische Richtlinien. Erklärtes Ziel: "Bürokratieabbau", vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen. Doch dabei könnten wichtige Arbeitnehmerrechte ausgehebelt werden, warnt Dr. Norbert Kluge, Mitbestimmungsexperte in der Hans-Böckler-Stiftung.

Von "Refit" betroffen sind unter anderem Bestimmungen zum Arbeitsschutz, zur Leiharbeit und die Richtlinien zur Unterrichtung und Anhörung von Beschäftigten. Letztere setzen EU-weite Mindeststandards für die Beteiligung von Arbeitnehmern. So ist vorgesehen, dass Beschäftigte in Unternehmen mit mehr als 50 und in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten "effektiv und regelmäßig" über wichtige Veränderungen am Arbeitsplatz informiert und dazu angehört werden müssen. Zu den Anforderungen zählt auch die Verankerung eines Rechts auf betriebliche Vertreter. "Für die Arbeitsbeziehungen in vielen osteuropäischen EU-Länder waren diese Mindeststandards ein Riesen-Fortschritt", erklärt Kluge. "Unterrichtung und Anhörung von Arbeitnehmern ist damit überall in Europa ein einklagbares Grundrecht. Damit führen die Richtlinien aus, was der Vertrag von Lissabon einfordert."

Nach Darstellung der EU-Kommission soll die "Refit"-Prüfung ergebnisoffen ablaufen. Kluge und Isabelle Schömann, Juristin am Europäischen Gewerkschaftsinstitut (ETUI) in Brüssel, haben daran aber gravierende Zweifel, nachdem sie das Verfahren analysiert haben:

Erneute Prüfung trotz positiver Evaluation. Erst 2010 ließ die EU-Kommission drei wesentliche Richtlinien zur Unterrichtung und Anhörung evaluieren. Das Ergebnis fiel damals positiv aus, so die Fachleute: Die Direktiven seien als "relevant, effektiv und kohärent" eingestuft worden. Trotzdem setzte die Kommission wenig später die erneute Überprüfung an.

Einseitige "Konsultation".
Ein wichtiges Element zur Legitimierung von "Refit" sei eine "Konsultation" via Internet gewesen, schreiben Kluge und Schömann. Im Herbst 2012 konnten Interessierte auf einer Website auswählen, welche zehn europäischen Gesetze ihrer Meinung nach "die größten Lasten für kleine und mittlere Unternehmen" brächten. Auf der Website habe aber die "Fragestellung die Ergebnisse gesteuert". So seien bestimmte Regulierungen schon vorausgewählt gewesen. Die Teilnehmer mussten und konnten ihr Votum nicht begründen. Und vor allem: Eine positive Bewertung war nicht möglich. Nicht einmal Befunde aus der Wissenschaft, wonach mitbestimmte Unternehmen beispielsweise mehr für Ausbildung und Familienfreundlichkeit tun, produktiver und innovativer sind sowie höhere Löhne zahlen, hätten bei dieser "Bürgerbeteiligung" angebracht werden können, erklärt Mitbestimmungsexperte Kluge.

Kleine Unternehmen oft ohne Arbeitnehmervertretung. Doch selbst wenn man die einseitige Lesart von einer "Last Arbeitnehmerbeteiligung" ernst nehmen würde, sei nicht nachzuvollziehen, warum Kleinunternehmen eine Erleichterung bräuchten, konstatieren die Experten. In den meisten Mitgliedsländern verfügt nur ein relativ kleiner Teil der Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten über Arbeitnehmervertretungen. "Es grenzt an Etikettenschwindel, wenn die Kommission ausgerechnet hier so tut, als zwinge Brüssel den Unternehmen etwas auf", urteilen Schömann und Kluge. Das bringe die Rechte von Arbeitnehmern "besonders in kleinen und mittleren Unternehmen in Gefahr, also dort, wo sie ohnehin schon stark herausgefordert werden". Und wo je nach EU-Land zwischen 53 und 82 Prozent der Beschäftigten arbeiteten.

Eine weitere Initiative, die mit dem "Refit"-Programm zumindest indirekt zu tun hat, vertieft die Skepsis der Forscher: Kürzlich hat die Kommission das umstrittene Projekt einer "Ein-Personen-Gesellschaft" (SUP) wiederbelebt. Solche Unternehmen mit einem Alleingesellschafter sollen per Online-Registrierung ohne Identitätsprüfung mit einem Mindestkapital von nur einem Euro gegründet werden können (siehe auch die Hintergrundinformationen). Das Vorhaben blieb 2008 laut ETUI im europäischen Gesetzgebungsprozess stecken, damals noch unter dem Namen "Europäische Privatgesellschaft". Deutschland und Schweden hatten schwerwiegende Bedenken gegen die Seriosität der geplanten Rechtsform im Verhältnis zu Beschäftigten, Kunden und Gläubigern. Im Oktober 2013 wurde der ursprüngliche Vorschlag im Rahmen von "Refit" zurückgezogen. Nun habe die Kommission einen zweiten Anlauf gestartet - auf anderer rechtlicher Basis, sodass diesmal bei der Abstimmung unter den Mitgliedsländern keine Einstimmigkeit erforderlich sei.

Hintergrund: Umstrittene SUP
Mit der europäischen Ein-Personen-Gesellschaft (Societas Unius Personae, SUP) will die EU-Kommission Unternehmern die Gründung von Tochtergesellschaften im Ausland erleichtern. Anfang April hat sie einen Vorschlag für eine Richtlinie vorgelegt. Er sieht vor, dass sich solche Unternehmen mit einem Gesellschafter innerhalb von nur drei Werktagen online registrieren lassen können und ein Mindestkapital von nur einem Euro nachweisen müssen. Außerdem sollen sie die Möglichkeit haben, den rechtlichen Firmensitz ("Satzungssitz") und den Ort des operativen Geschäfts zu trennen. Dadurch kann sich der Gründer einen EU-Staat aussuchen, nach dessen Rechtsregeln er sich richtet.
Der Kommissionsvorschlag ist umstritten. So lehnt ihn der DGB ab, weil damit der Wettlauf um niedrigste Steuern und Sozialstandards weiter angetrieben werde. Die SUP könnte dazu genutzt werden, Mitbestimmungsrechte zu umgehen. Auch das bayerische Justizministerium warnt vor einem "Wettbewerb nach unten", der nicht den Mittelstand fördere, "sondern die Entstehung zwielichtiger Briefkastengesellschaften".

*Isabelle Schömann: Guter Klang, aber schlechte Folgen für Europas Arbeitnehmerschaft, Report der Abteilung Mitbestimmungsförderung, Mai 2014.
Download (pdf)«: http://www.boeckler.de/pdf/p_mbf_report_mai_2014.pdf


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Montag, 1. September 2014

einblick 15/2014 vom 1.9.2014

Zeit für Investitionen
Die Konjunkturerwartungen haben sich eingetrübt. Jetzt muss die Binnennachfrage gestärkt werden. Der DGB hält deshalb höhere Löhne und verstärkte öffentliche und private Investitionen für zwingend notwendig.
(Seite 1)

Gute digitale Arbeit ist das Ziel
Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt grundlegend. Besonders betroffen ist der Dienstleistungssektor. ver.di-Expertin Nadine Müller beschreibt, was zu tun ist, um Gestaltungschancen zu nutzen und Risiken für Erwerbstätige einzuschränken. Außerdem Fakten, Trends und Veranstaltungen zur Digitalisierung.
(Seite 2/3)

Die Geschichte verpflichtet
100 Jahre nach Beginn des Ersten Weltkriegs und 75 Jahre nach Beginn des Zweiten ist der Antikriegstag 2014 aktueller denn je. Die historische Botschaft zum 1. September ist eindeutig: Es darf nie wieder Krieg von deutschem Boden ausgehen.
(Seite 4)

Noch nicht am Ziel
Partnerschaftlichkeit und Selbstbestimmung – darum geht es dem DGB in der Familienpolitik. Das ElterngeldPlus, das 2015 kommen soll, geht in die richtige Richtung. Dennoch besteht aus Sicht des DGB weiterhin dringender Handlungsbedarf.
(Seite 5)

Solidarität muss die Basis sein
Ende Juni ist der Grundlagenvertrag bei der Deutschen Bahn ausgelaufen, der seit 2008 die Zuständigkeiten der Gewerkschaften für die verschiedenen Beschäftigtengruppen regelte. Warum die Verhandlungen für eine anschließende Kooperationsvereinbarung zwischen Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) scheiterten, erklärt der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner.
(Seite 7)

http://www.einblick.dgb.de


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Dienstag, 3. Juni 2014

Milliardenschweren Kampagne gegen Transparenz

Ohne Transparenz kein Vertrauen beim Verbraucher. Die Gentechnik-Lobby verhindert seit Jahren mit milliardenschweren Kampagnen und viel Einfluss auf die amerikanische Lebensmittelbehörde Food and Drug Administration eine solche Kennzeichnungspflicht in den USA.

Internationale Konzerne wie Monsanto und Syngenta wollen nun auch das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) nutzen, um in Europa amerikanische Verhältnisse einzuführen, sprich: die Kennzeichnung abzuschaffen.

Dabei wollen sie auf einen sprachlichen Trick zurückgreifen. Indem sie die Kennzeichnung als “Handelshemmnis” (“trade barrier”) bezeichnen, gilt diese nun als Ballast, den ein Freihandelsabkommen abschaffen sollte.
Mehr dazu hier: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ttip-abkommen-zwischen-eu-und-usa-wie-die-gentech-lobby-freihandelsgespraeche-ausnutzt-1.1811693


—-- c4harry

Mittwoch, 9. April 2014

Frauen in Europas Chefetagen

Auswertung des WSI-GenderDatenportals



Frauen in Europas Chefetagen nur kleine Minderheit - Norwegen mit gesetzlicher Frauenquote weit vorn



In der Europäischen Union sind Frauen in den höchsten Entscheidungsgremien der größten börsennotierten Unternehmen noch immer deutlich in der Minderheit. 2012 waren EU-weit nur etwa 16 Prozent aller Mitglieder in den boards of directors in Börsenunternehmen weiblich. Der Begriff boards of directors bezeichnet das jeweils höchste Entscheidungsgremium eines Börsenunternehmens. In der EU gilt teilweise das dualistische (etwa in Deutschland) und teilweise das monistische System (etwa in Großbritannien). Das heißt, das höchste Entscheidungsgremium teilt sich entweder in Vorstand und Aufsichtsrat oder es handelt sich um ein gemeinsames Direktorium.



Deutschland lag 2012 im europäischen Vergleich mit einem Frauenanteil von rund 18 Prozent in den Aufsichtsräten als höchsten Unternehmensgremien leicht über dem Durchschnitt, aber deutlich hinter der europäischen Spitzengruppe. Aus verschiedenen Studien ist bekannt, dass Frauen in den Aufsichtsräten mitbestimmter börsennotierter deutscher Unternehmen mehrheitlich Arbeitnehmervertreterinnen sind.



Den höchsten Frauenanteil in den boards of directors weisen die Nicht-EU-Länder Norwegen und Island auf. Norwegen kommt mit einem Frauenanteil von 44 Prozent als einziges Land beinahe einer Geschlechterparität nahe, zeigen Daten der EU-Kommission, die Forscher/innen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung und des Berliner Instituts SowiTra aufbereitet haben. Dies kann nach Einschätzung von WSI-Expertin Dr. Christina Klenner auf die gesetzliche Frauenquote für börsennotierte Unternehmen in Norwegen zurückgeführt werden.



Auch die EU-Staaten mit dem höchsten Frauenanteil in Unternehmensführungen finden sich überwiegend in Nordeuropa (siehe auch die 1. Grafik in der pdf-Version dieser PM; Link unten): Finnland (29 Prozent), Lettland (28) und Schweden (26 Prozent). Alle Daten und Analysen zum Thema finden sich im GenderDatenPortal des WSI (http://www.boeckler.de/wsi_45988.htm).



Noch extremer ist die Männerdominanz bei den Vorsitzenden der höchsten Entscheidungsgremien. In 15 von damals 27 EU-Mitgliedsstaaten gab es 2012 keine einzige Frau unter den presidents der größten börsennotierten Unternehmen. Bei den presidents handelt es sich um einen Oberbegriff für alle Vorsitzenden der höchsten Entscheidungsgremien eines Börsenunternehmens, die entweder chairperson of the board (im monistischen System) sind oder chairperson of the supervisory board (Aufsichtsratsvorsitzende im dualistischen System). Auch in Deutschland liegt der Frauenanteil mit lediglich drei Prozent unter den presidents der größten börsennotierten Unternehmen extrem niedrig.



Pressemitteilung mit Grafiken (pdf): http://www.boeckler.de/pdf/pm_wsi_2014_04_09.pdf



Ansprechpartner in der Hans-Böckler-Stiftung



Dr. Christina Klenner


WSI-Expertin für Genderforschung


Tel.: 0211-7778-231


E-Mail: Christina-Klenner@boeckler.de





—-- c4harry, Quelle:

Freitag, 28. März 2014

einblick 6/2014 vom 31.3.2014:

Mindestlohn: Jugend nicht ausgrenzen

Der DGB lehnt Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn ab. Weder für die unter 18-Jährigen noch für Langzeitarbeitslose seien Sonderregelungen gerechtfertigt.
(Seite 1)

Kein Freihandel ohne soziale Rechte

Mehr Transparenz, die Sicherung von Sozial- und Umweltstandards sowie von Arbeitnehmerrechten und keine undurchsichtige Schiedsgerichtsbarkeit zum Schutz der Investoren: Das sind die wichtigsten Forderungen des DGB zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, der „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ (TTIP).
(Seite 3)

Aufstocken, um zu leben

Hartz IV sichert schon lange nicht mehr nur die Lebensgrundlage für Langzeitarbeitslose. Hunderttausende Beschäftigte müssen mittlerweile ihr Gehalt aufstocken, um über die Runden zu kommen. Auch der starke Anstieg von Nebenjobs ist aus Sicht des DGB Teil des Problems.
(Seite 5)

Die Beweislast umkehren

Einen ersten konkreten Vorschlag, wie der Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen eingedämmt werden kann, hat jetzt das Land Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Die Beweislast umkehren
Einen ersten konkreten Vorschlag, wie der Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen eingedämmt werden kann, hat jetzt das Land Nordrhein-Westfalen vorgelegt. NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider erläutert die Grundzüge.
(Seite 7)

www.einblick.dgb.de



—-- c4harry

Donnerstag, 27. März 2014

Welthandel: TTIP stoppen!

Währungskooperation bringt mehr als TTIP
Das umstrittene Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) soll Europa und den USA zu mehr Wohlstand verhelfen. Was den Güteraustausch viel stärker erschwert als Zölle oder ähnliche Wettbewerbshemmnisse, sind jedoch die Währungsschwankungen.
Mehr: http://www.boeckler.de/46683_46737.htm

Quelle: Böckler Impuls
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c4harry

Dienstag, 25. März 2014

Ukraine : Bis hinter den Ural

Wer die politische Strategie hinter den offenen und verdeckten EU-Interventionen – von Jugoslawien, Libyen, Syrien, Zentralafrika bis hin zur Ukraine – begreifen will, wird bei James Rogers fündig. Dieser Herr ist einer der wichtigsten geostrategischen Berater des Europäischen Rates, Mitarbeiter des EU-Instituts für Sicherheitsstudien und Direktor der „Group on a Grand Strategy“, einer Vernetzung von Repräsentanten mächtiger, regierungsnaher Denkfabriken.

Rogers spricht Klartext: „Die Europäische Union muss ein Superstaat und eine Supernation werden, was sie dann wiederum in die Lage versetzt, eine Supermacht zu werden.“
http://www.werkstatt.or.at/index.php?option=com_content&task=view&id=1026&Itemid=40

Werkstatt-Radio: Heute gehört uns Europa, und morgen die ganze Welt ...
Hören Sie die aktuelle Sendung der Solidarwerkstatt zum Thema Ukraine. Schwerpunkt: Wie die EU mit rechtsextremen Kräften kollaboriert, um Freihandel zu exportieren. Redaktion: Rudi Schober
http://www.werkstatt.or.at/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=75&Itemid=107.



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Dienstag, 11. März 2014

Datenkarte der Hans-Böckler-Stiftung

Das Wichtigste im Taschenformat: Fakten zu Wirtschaft, Arbeitswelt und Mitbestimmung

Wie viele Beschäftigte werden in Deutschland nach Tarifvertrag bezahlt? Wie viele müssen nachts oder am Samstag arbeiten? Wie viele Frauen und wie viele Männer haben eine Teilzeitstelle? Wie viele können sich in ihrem Betrieb an einen Betriebs- oder Personalrat wenden? Wie hat sich die Zahl der mitbestimmten Unternehmen entwickelt? Wie groß ist das Armutsrisiko in verschiedenen Teilen Europas, wie hoch der gewerkschaftliche Organisationsgrad in den Ländern der EU? Die neue Datenkarte der Hans-Böckler-Stiftung liefert im handlichen Taschenbuchformat die aktuellen Zahlen zu den Themenfeldern:

Bevölkerung, Beschäftigung, Einkommen, Arbeitszeit
Arbeitsmarkt/Ausbildungsmarkt, Soziale Sicherheit
Gewerkschaftliche Daten
Wirtschaft/Finanzen sowie Umwelt/Gesundheit.

Differenzierte Daten für das westliche und das östliche Bundesgebiet ergänzen die Zahlen für Gesamtdeutschland. Ein EU- und ein kompakter Bundesländervergleich runden die Karte ab. Die gedruckte Karte liegt in deutscher Sprache vor. Die deutsche und eine englische Version der Datenkarte stehen auch auf den Internet-Seiten der Hans-Böckler-Stiftung als pdf-Datei zum Download bereit unter: http://www.boeckler.de/17065.htm

In Papierform ist die Karte kostenlos zu bestellen bei:

Setzkasten GmbH, Kreuzbergstraße 56
40489 Düsseldorf
Fax: +49 (0211) 4080090 - 40
mail@setzkasten.de

Bitte verwenden Sie für die Datenkarte die Bestell-Nr.: 30257


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Donnerstag, 30. Januar 2014

Böckler Impuls Nr. 02 vom 29. Januar 2012

Der Informationsdienst der Hans-Böckler-Stiftung bringt alle zwei Wochen auf acht Seiten prägnante Analysen und Berichte rund um die Themen Arbeit, Wirtschaft und Soziales. Kurz und anschaulich für Leute mit Zeitnot geschrieben, wertet er konsequent wissenschaftliche Quellen und fundierte Fachsichten aus. Bereichert durch viele Grafiken und Schaubilder, die auch zum Nachdruck abrufbar sind.

Mindestlohn

Jeder Dritte könnte leer ausgehen
Etwa 5 Millionen Beschäftigte verdienen weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Würde die Bundesregierung den Forderungen nach Ausnahmen vom Mindestlohn nachgeben, gingen bis zu 2 Millionen dieser Niedriglöhner leer aus.
Mehr: http://www.boeckler.de/45592_45632.htm

Gewinnbeteiligung

Ungleiche Chancen auf Erfolgsprämien
Immer mehr Arbeitnehmer erhalten Erfolgsbeteiligungen, besonders in der Metall- und Elektroindustrie. Geringqualifizierte, Leiharbeiter und Frauen gehen überdurchschnittlich oft leer aus.
Mehr: http://www.boeckler.de/45592_45627.htm

Elterngeld

Setzt er länger aus, steigt sie schneller ein
Das Elterngeld soll Müttern früher zurück ins Erwerbsleben verhelfen - und Väter dazu anregen, sich bei der Kinderbetreuung stärker zu engagieren. Das funktioniert recht gut, zeigt eine Studie.
Mehr: http://www.boeckler.de/45592_45622.htm

Wirtschaftspolitik

Im Strudel der Deregulierung
Seit den 1970er-Jahren wandelte sich die Wirtschaft vom Real- zum Finanzkapitalismus. Das war keine zufällige Entwicklung. Der Wirtschaftsforscher Stephan Schulmeister erkennt ein Muster, nach dem Deregulierung regelmäßig Probleme schuf, die wiederum mit weiterer Deregulierung bekämpft wurden.
Mehr: http://www.boeckler.de/45592_45620.htm

Europa

Troika attackiert Tarifsysteme
Reallöhne und Tarifbindung gehen drastisch zurück, Flächentarife werden zerstört. Das ist das Resultat der Politik von Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds in Europas Krisenländern.
Mehr: http://www.boeckler.de/45592_45609.htm

USA

Gewerkschaften verhindern Arbeitsarmut
Das beste Mittel gegen Erwerbsarmut sind starke Gewerkschaften. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des US-amerikanischen Arbeitsmarkts.
Mehr: http://www.boeckler.de/45592_45606.htm

Löhne

Jobwechsel bringt auch im Osten mehr Geld
Wer die Firma wechselt, verdient später mehr, als wenn er geblieben wäre. Für Ostdeutsche zahlt sich ein neuer Job im Osten inzwischen stärker aus als ein Umzug in den Westen.
Mehr: http://www.boeckler.de/45592_45605.htm

Hartz IV

Jeder Zweite unter 25 schafft Ausstieg
Einmal Hartz IV, immer Hartz IV? Wenigstens für junge Menschen gilt das nicht. Dennoch gelingt vielen Schulabgängern in den ersten Jahren keine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt.
Mehr: http://www.boeckler.de/45592_45599.htm

Tarifpolitik

Trends und Nachrichten
Mehr: http://www.boeckler.de/45592_45597.htm

Die nächste Ausgabe erscheint am 12. Februar 2014

Böckler Impuls http://www.boecklerimpuls.de

Gesamtausgabe als PDF:
http://boeckler.de/impuls_2014_02_gesamt.pdf



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Samstag, 21. Dezember 2013

einblick 22/2013

Die Richtung stimmt

Stärkung des Tarifsystems, Mindestlohn und Verbesserungen bei der Rente: Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD greift Interessen der ArbeitnehmerInnen auf. Die Gewerkschaften werden die Umsetzung kritisch begleiten.
(Seite 1)

Koalitionsvertrag unter der Lupe

Der DGB hat den schwarz-roten Koalitionsvertrag detailliert analysiert und bewertet. Ob Rente, Pflege oder Bildung – einblick zeigt, wo aus Sicht der Gewerkschaften die Richtung stimmt und wo es Nachbesserungsbedarf gibt.
(Seiten 2 und 3)

Klima der Angst

Mechthild Middeke, ver.di-Sekretärin im Fachbereich Handel, über die Auseinandersetzungen bei Amazon und die Forderungen an die Politik.
(Seite 7)

Http://Einblick.de




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Montag, 25. November 2013

Nazi-Rüstungsproduktion in der Harzregion

Ein dunkles Kapitel Heimatgeschichte
Von Frank Baranowski

Jüngst erschien ein neues, umfangreiches Buch des Autors Frank Baranowski, das die Geschichte zahlreicher Ort im und am Harz berührt.
Zu einem Zeitpunkt, als im gesamten NS-Reich Kriegsführung und -rüstung erste Zerfallserscheinungen zeigten, der bevorstehende Zusammenbruch der Fronten sich abzeichnete und gezielte Luftangriffe der Alliierten die Schaltstellen der Rüstungsindustrie massiv lähmten, gab es in quasi letzter Minute Bestrebungen, wichtige Rüstungsbetriebe namentlich der
Flugzeugindustrie in den Harz und speziell die Region Südharz zu verlegen. Dies, obwohl die Region um Nordhausen bis dahin in der Rüstungspolitik keine wesentliche Rolle gespielt hatte.

Mit Ausnahme der unterirdischen Munitionsanstalten, die das Heer ab 1934 in stillgelegten Kaliwerken von Bernterode bis Sondershausen eingerichtet hatte, war im Gegensatz zum angrenzenden Gau Südhannover-Braunschweig ein nennenswerter rüstungskonjunktureller Aufschwung bis Mitte 1943 ausgeblieben – allenfalls Zulieferaufträge gingen in geringem Umfang an Betriebe südöstlich des Harzes.

Auch hatten sich bis zu dem Zeitpunkt nur wenige Firmen zum Zwecke der Kriegsproduktion in Nordthüringen neu angesiedelt, so etwa die Gerätebau GmbH oder der Röhrenhersteller Lorenz in Mühlhausen.

In den westlichen Harzkreisen Goslar und Osterode bot sich hingegen ein anderes Bild. Dort ließ sich in den Jahren 1934 bis
1938 eine Vielzahl neu gegründeter Betriebe nieder – eine Vorrangstellung nahmen dabei die chemische und die metallverarbeitende Industrie ein.

Rüstungsproduktion in Göttingen

In Göttingen verzeichneten Unternehmen der Feinoptik starke Zuwächse, ein weiteres wichtiges Standbein stellten Luftwaffenaufträge dar. Noch weitaus prononcierter war die Entwicklung in und um Braunschweig. Die Grundlagen dafür hatte die Reichswehr bereits Anfang der 1930er Jahre
mit ihrem Bestreben gelegt, sich trotz der auferlegten Beschränkungen des Versailler Vertrages ein engmaschiges Netz an Zulieferern für den
„Bedarfsfall“ zu schaffen.

Eine Vielzahl gerade alteingesessener Unternehmen profitierte davon. Bereits frühzeitig warben sie Rüstungsaufträge ein, die ihnen das Überleben in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sicherten, bevor sie später ganz von Rüstungsaufträgen abhängig wurden. So entstand – zudem durch die Ansiedlung der Reichswerke Hermann Göring und einiger anderer mit Staatsmitteln alimentierter Firmen – eine Industriedichte, die im
Reichsgebiet beispiellos blieb und zur Gründung ganzer Städte wie Salzgitter und Wolfsburg führte.

Einsatz von Zwangsarbeitern

Diese Ausweitung der Kriegsproduktion im Gau Südhannover-Braunschweig hatte zur Folge, dass in zunehmendem Maße Fremd- und Zwangsarbeiter
herangezogen, später auch mehr und mehr KZ-Sklaven eingesetzt wurden. Da in der nordthüringischen Industrie ein solcher rüstungskonjunktureller
Aufschwung nicht stattfand, blieb die Nachfrage nach ausländischem Personal zunächst gering. Erst mit der verstärkten Einberufung zur Wehrmacht im Zusammenhang mit dem Überfall auf die Sowjetunion begann ein stetiger Anstieg der Zahl der Fremd- und Zwangsarbeiter; bis Ende 1943 war das allerdings nur in den wenigsten Fällen auf eine wesentliche Aufstockung der Rüstungskapazitäten zurückzuführen.

Allein Rheinmetall-Borsig behauptete mit seinem Betrieb in Sömmerda eine Sonderstellung. Der Konzern hatte in Thüringen unter Missachtung der
Bestimmungen des Versailler Vertrages bereits im April 1921 die Zünderfertigung wieder aufgenommen und im Folgejahr die Entwicklung einer neuen Maschinenpistole vorangetrieben.

Im Oktober 1922 beauftragte
die Reichswehr das Unternehmen, die gesamte von den Alliierten für Deutschland zugelassene Menge an Zündern herzustellen. Unmittelbar nach der Machtübernahme begann Rheinmetall-Borsig mit einer stetigen Ausweitung seiner Kriegsproduktion in Sömmerda, die von nun an nicht mehr verdeckt betrieben werden musste. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich das Werk zum bedeutendsten Rüstungsunternehmen
Nordthüringens.

Das KZ Dora bei Nordhausen

Die wirtschaftliche Situation in Nordthüringen änderte sich in dem Moment, als die Raketenmontage in die von der Wirtschaftlichen Forschungsgesellschaft (Wifo) geschaffene und von Häftlingen des eigens gegründeten Buchenwalder Außenkommandos Dora unter unmenschlichen
Bedingungen ausgebaute Stollenanlage bei Niedersachswerfen verlagert wurde. In ihrer Verblendung plante die NS-Führungselite seit dem
Frühjahr 1944, nach dem Beispiel „Dora“ weitere Produktionsstätten in Nordthüringen unter Tage zu dislozieren, vorrangig solche der Flugzeugindustrie, wie es das Heer seit 1934 vorexerziert hatte. Dadurch
bedingt wurden fast explosionsartig weitere KZ-Außenlager gegründet, um deren Insassen als Arbeitssklaven auf den zahlreichen Baustellen der
Sonderstäbe auszubeuten, bis ihre Lebenskräfte sie verließen. Keine dieser projektierten und unter hohen Menschenopfern in Angriff genommenen „Großanlagen“ ging in Betrieb.

Scheinbare Sicherheit untertage

Gleichzeitig fand ab Mitte 1943 in immer stärkerem Umfang eine oberirdische Verlagerung von wichtigen Rüstungsbetrieben in diesen „Mittelraum“ statt. Die Betriebsverlegungen nahmen derartige Ausmaße an,
dass spätestens im zweiten Quartal 1944 kaum mehr freier Produktionsraum zur Verfügung stand und das Rüstungskommando dazu überging, im ganzen
Gebiet Wirtschaftszweige insbesondere der Textilindustrie zugunsten rüstungsindustrieller Verlagerungsbetriebe stillzulegen. Deren
Nutznießer war erneut vor allem die Flugzeugindustrie, die damit zu einer führenden Stellung in Nordthüringen gelangte. Federführend war dabei der Junkers-Konzern, der zahlreiche seiner dezentralisierten
Betriebe im Harz und Harzvorland unterbrachte.

Schauhöhle Heimkehle

Davon blieben auch die Naturhöhlen Thüringens nicht verschont. In der Heimkehle bei Uftrungen produzierte die Fa. Junkers Flugzeugteile.
Später wurde hier in einem der von Junkers ehemals mit Beschlag belegten Höhlenteile eine Gedenkstätte eingerichtet, die noch heute Bestandteil des Rundgangs in dieser Schauhöhle ist. Seit 2005 steht am Eingang der Heimkehle ein Gedenkstein zur Erinnerung an die KZ-Opfer des Außenlagers Rottleberode.
Mit dieser Verlagerungsbewegung erhöhte sich allein die Zahl der in Nordhausen tätigen Ausländer, bezieht man die in der Boelcke-Kaserne untergebrachten Zivilarbeiter der „Nordwerke“ ein, auf über 10.000. Auf diese Weise kam es im Stadtgebiet zu einem Ausländeranteil von fast 25 %, weit mehr als z. B. in der Industriestadt Essen, die die meisten ausländischen Arbeitskräfte im Arbeitsamtsbezirk Rheinland zählte.

Intention des neuen Buches ist es, diese Strukturveränderungen und ihre Gründe zu analysieren. Es soll der Weg vom „Notstandsgebiet“
Nordthüringen zu einem wenn auch unvollendet gebliebenen Rüstungszentrum dokumentiert und nachgezeichnet werden; eine Zusammenballung von
Waffenschmieden, die als Torso nur durch Ausbeutung von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen entstand und Zahllosen das Leben kostete. Als Kontrast
wird im ersten Kapitel ein Blick auf den schon ab 1933 zur Blüte gelangten industriellen Ballungsraum Salzgitter-Braunschweig-Hildesheim
– eines der Rüstungszentren des Reiches von Anfang an – und die weitaus geringer, aber dennoch intensiv vom Rüstungsaufschwung betroffenen südniedersächsischen Landkreise Göttingen, Goslar, Osterode und Northeim geworfen. Bei nahezu gleichen Ausgangsbedingungen nahm die Entwicklung dort einen ganz anderen Verlauf. Der rüstungsbedingte Aufschwung hielt in diesen Kreisen bis Kriegsbeginn an, erhielt nach 1939 durch den Krieg aber keine neuen Impulse. In der Endphase des NS-Regimes blieben hier nennenswerte Verlagerungstendenzen aus, wie sie in Nordthüringen zu
umwälzenden Veränderungen führten. Von gewisser Relevanz waren lediglich die Untertage-Bauvorhaben im Hils bei Holzen (Projekt „Hecht“), in denen
Zwangsarbeiter in großer Zahl zum Einsatz kamen. Nennenswert ist noch der Flugzeugbauer Heinkel, der im Herbst 1944 eine seiner Fabriken aus dem polnischen Mielec nach Bad Gandersheim in Gebäude der Firma Bruns
Apparatebau, die gerade bezugsfertig geworden waren, auslagerte. Er ließ dort von mehr als 500 Häftlingen des werkseigenen KZs Flugzeugrümpfe montieren.

Vorbereitungen schon vor 1933

Es lässt sich nachweisen, dass der zeitversetzte Rüstungsaufschwung nicht nur infrastrukturelle Gründe hatte. Vielmehr war er im heutigen Niedersachsen bereits in der Weimarer Republik angelegt und hatte seine Grundlagen in den frühen, unter Verletzung der Abrüstungsbestimmungen des Versailler Vertrages betriebenen Aufrüstungsbestrebungen der Militärs. Die „Flucht aufs Land und in die Provinz“, insbesondere in das bis 1943 nur untergeordnet mit Rüstungsaufträgen bedachte Nordthüringen, war hingegen einzig aus der Not des alliierten Bombenkriegs und dem Streben nach Dezentralisierung der Kriegsmaschinerie erwachsen, ohne nachhaltige Auswirkungen auf die Zeit nach dem Krieg. Zur Verdeutlichung dieser in Schüben vollzogenen Entwicklung werden die Steuerungsmechanismen aufgedeckt und die an dem Prozess beteiligten administrativen Entscheidungsinstanzen auf politischer und militärischer Ebene benannt. Darüber hinaus wird die Frage nach Verantwortung, Schuld und Täterschaft, insbesondere von Industrie und Wirtschaft, angesprochen.

Auch KZ-Häftlinge werden eingesetzt

Nachdem die Quelle ausländischer Zwangsarbeiter und Kriegsgefangener nahezu versiegt war, griffen die Unternehmen verstärkt auf das letzte noch verbliebene Arbeitskräftereservoir zurück und integrierten in
zunehmendem Maße KZ-Häftlinge, zum Teil in Baracken unmittelbar neben den Fabriken untergebracht, in ihren Produktionsablauf. In diesem Zusammenhang werden die unterschiedlichen Lebens- und Existenzbedingungen in den Fabriken und in der Vielzahl an Untertagebaustellen der SS untersucht und bestehende Unterschiede aufgezeigt. Abschließend wird erörtert, ob es ein gezieltes Programm der „Vernichtung durch Arbeit“ gab, also der Einsatz von Häftlingen Mittel zum Zweck ihrer Vernichtung war, oder ob die Vernichtung eine einkalkulierte, nicht aber vorsätzlich und willentlich herbeigeführte Folge des Zwangsarbeitereinsatzes war.

Der Band schließt eine wichtige Lücke in der heimatkundlichen Literatur, enthält zahlreiche neue, bisher kaum bekannte Fakten und ist ein Muss für alle am Thema Interessierten.

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Frank Baranowski (2013): Rüstungsproduktion in der Mitte Deutschlands von 1929 bis 1945. Südniedersachsen mit Braunschweiger Land sowie Nordthüringen einschließlich des Südharzes – vergleichende Betrachtung des zeitlich versetzten Aufbaus zweier Rüstungszentren. Festeinband 24 x 17 cm, 608 S., 273 Abb., darunter 260 Fotos, Verlag Rockstuhl, Bad
Langensalza, ISBN 978-3-86777-530-4, 49,95 €,
http://www.verlag-rockstuhl.de/epages/63713257.sf/de_DE/?ObjectID=30277519

Spurensuche Harzregion e.V.
Dr. Friedhart Knolle
www.spurensuche-harzregion.de



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Montag, 18. November 2013

Zerfällt die deutsche Arbeitgeberlandschaft?

Aktuelles Schwerpunktheft der WSI-Mitteilungen

Zerfällt die deutsche Arbeitgeberlandschaft? Wissenschaftler beleuchten Entwicklung der Verbände

Das System der Tarifverträge ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten löchriger geworden. 1998 galten Tarifverträge noch für 76 Prozent der Beschäftigten in Westdeutschland und für 63 Prozent in Ostdeutschland. 2012 lag die Tarifbindung dagegen nur noch bei 60 Prozent im Westen und 48 Prozent im Osten. Das liegt nicht nur an einem geringeren Organisationsgrad der Arbeitnehmer, sondern auch an Erosionserscheinungen auf der Arbeitgeberseite. Wissenschaftler haben in der aktuellen Ausgabe der WSI-Mitteilungen Fakten zusammengetragen und die Auflösung traditioneller Strukturen untersucht.*

Zum Vertragsschluss braucht es immer zwei. Wenn bestehende Unternehmen aus dem Arbeitgeberverband austreten, in die so genannte OT-Mitgliedschaft (OT = ohne Tarif) wechseln oder neue Unternehmen gar nicht erst eintreten, fehlt Arbeitnehmerorganisationen der Ansprechpartner. PD Dr. Martin Behrens, Forscher am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung, unterscheidet zwischen einer äußeren und einer inneren Erosion der Arbeitgeberverbände.

Mit äußerer Erosion ist gemeint, dass die Verbände Mitglieder verlieren. Beispielsweise büßte Gesamtmetall allein zwischen 1993 und 1996 über 20 Prozent seiner Mitgliedsunternehmen ein. Doch nicht nur Verbandsaustritte schwächen die Interessenvertretungen der Arbeitgeber. Längerfristig wirkt es sich auch aus, wenn durch natürliche Fluktuation ausgeschiedene Firmen nicht durch neue ersetzt werden können. Im Übrigen sind es nicht nur wirtschaftlich schwache Unternehmen, die den Verbänden den Rücken kehren, hat Behrens beobachtet. Es handelt sich also keineswegs um ein Phänomen, das vor allem angeschlagene Firmen betrifft, die sich Tariflöhne nicht leisten können.

Dazu kommt die innere Erosion der Verbände, die um die Jahrtausendwende eingesetzt hat. Unternehmen bleiben Verbandsmitglieder, scheiden aber aus der Tarifbindung aus. Behrens zufolge bietet gut die Hälfte der rund 700 Arbeitgeberverbände in Deutschland eine OT-Mitgliedschaft an. Meist ist dies die Reaktion auf vorangegangene Mitgliederverluste. Im Jahr 2010 hatten 42 Prozent der Mitgliedsunternehmen von Gesamtmetall den OT-Status. Allerdings entfallen auf diese Unternehmen nur 17 Prozent der Beschäftigten. Das heißt: Es sind eher die kleineren Unternehmen, die sich der Tarifbindung entziehen.

Im internationalen Vergleich ist Deutschland ein Sonderfall, wie Dr. Bernd Brandl von der Universität York in Großbritannien feststellt. Zwar ist das Organisationsniveau - etwa 60 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Unternehmen, die in einem Arbeitgeberverband sind, um die 20 Prozent der Arbeitnehmer in einer Gewerkschaft - nichts Besonderes. Aber der Rückgang auf der Arbeitgeberseite ist ein deutsches Phänomen. Als eine Ursache betrachtet der Wissenschaftler die Strategie der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, auf die Dezentralisierung von Tarifverhandlungen zu drängen. "Somit entzieht sich der Verband sukzessive seine Existenzgrundlage, was sich in einem Rückgang an Mitgliedern manifestiert", so Brandl.

Nicht nur ihre tarifpolitische Funktion haben die Arbeitgeberverbände teilweise eingebüßt. Auch auf einem anderen Feld, nämlich beim politischen Lobbying, setzen zumindest größere Unternehmen heute auf eigene Zugänge, anstatt sich auf die Arbeit des Verbands zu verlassen, schreibt Dr. Rudolf Speth von der Universität Kassel. Der Experte für politische Kommunikation erklärt dies unter anderem mit der Auflösung traditioneller Netzwerke und der Globalisierung: Die Kontakte zwischen Parteien und Verbänden sind nicht mehr so eng wie in früheren Jahrzehnten und eine neue Managergeneration setzt andere Prioritäten. Nicht zuletzt, weil die Unternehmen auf internationalen Märkten agieren und ihnen die national organisierten Verbände weniger hilfreich erscheinen.

Allerdings wäre es zu einfach, alle Arbeitgeberorganisationen in einen Topf zu werfen. Sie unterscheiden sich von Branche zu Branche, was Auswirkungen auf die Beziehungen zu den Gewerkschaften hat. Entsprechend existieren nach den Analysen von Dr. Markus Helfen, Forscher an der Freien Universität Berlin, unterschiedliche Typen von Sozialpartnerschaft. So arbeiten Arbeitgeber und Gewerkschaften in der chemischen Industrie eng und meist geräuschlos zusammen, hier ragten "die sozialpartnerschaftlichen Arrangements durch Tiefe und Breite besonders" heraus; während die Auseinandersetzungen in der Metallindustrie häufig konfrontativer sind. Helfen spricht hier von einer "Konfliktpartnerschaft". Als brüchig oder nicht existent erweist sich die Sozialpartnerschaft dagegen in neueren Branchen wie den Industriedienstleistungen oder der Leiharbeit. Hier fehle es Gewerkschaften häufig an einem Gegenüber, das vertrauensvolle Kooperation ermöglicht, konstatiert der Forscher.

Wie lassen sich sozialpartnerschaftliche Institutionen wieder beleben, vor allem der auf Verbandsebene ausgehandelte Flächentarif in verwaisten Sektoren? Der Göttinger Arbeitsrechtler Manfred Walser zeigt Möglichkeiten auf, das Tarifsystem auf dem Weg der Gesetzgebung zu stabilisieren. So ließen sich die Hürden senken, die heute einer Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen entgegenstehen. Zudem sei es sinnvoll, Ausweichmöglichkeiten wie Leiharbeit und Werkverträge zu begrenzen.

*Schwerpunktheft der WSI-Mitteilungen: Zerfällt die deutsche Arbeitgeberlandschaft? Ausgabe 7/2013. Link zum Inhaltsverzeichnis: http://www.boeckler.de/index_wsi-mitteilungen.htm

Beitrag von Martin Behrens: Arbeitgeberverbände - auf dem Weg in den Dualismus?: http://media.boeckler.de/Sites/A/Online-Archiv/12364



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Freitag, 6. September 2013

Das Reich des Guten

Eine russische Dokumentation:
# "Das Reich des Guten"
In "Das Reich des Guten" äußern sich führende amerikanische Experten zu den Bestrebungen des amerikanischen Imperiums, die Weltherrschaft zu erlangen. Die USA haben mittlerweile über eine Million Soldaten in über 100 Ländern der Erde stationiert.

Der Plan, die ganze Welt zu beherrschen, nahm direkt nach dem 2. Weltkrieg konkrete Formen an. Die USA streben die absolute Dominanz an, das heißt kein anderer Staat der Erde darf so souverän werden, dass er Amerika in Frage stellen oder bedrohen könnte. **Dick Cheney** nannte das die **1%-Doktrin**. Den USA ist selbst eine einprozentige Wahrscheinlichkeit, angegriffen zu werden, zu hoch.
## Das "Projekt für das neue amerikanische Jahrhundert"
warb unverblümt für die **Weltdominanz der USA**.
Neocons wie Michael Leeden und James Woolsey fordern offen einen Krieg gegen den Iran und bezeichnen diesen und auch Syrien als Feinde Amerikas. Nach Stephen Walt zeichnen sich Neocons durch zwei Merkmale aus: Den Wunsch die Demokratie mit Gewalt zu verbreiten und der grenzenlosen Treue zu den Interessen von Israel. Neocons praktizieren eine entartete Form des Christentums.
**Chomsky** bezeichnet sie als Fanatiker und zieht einen Bogen zur **Ausrottung der amerikanischen Ureinwohner**.
## Lobbyisten - legalisierte Korruption
In der legendären K-Street, der Straße der Lobbyisten, wird eine Form von legalisierter Korruption betrieben. Wer möchte, dass seine Interessen berücksichtigt werden, muss hier Kapital investieren. James Jatras bezeichnet den Glauben daran, dass die Wahrheit auf sich allein gestellt siegen könnte, als einen Irrtum. Die Lüge wird immer siegen, wenn dafür bezahlt wird. Sollten allerdings die Interessen einer Lobby denen der USA zuwiderlaufen, hat sie keine Chance.
Der enorme Hunger der USA kann nur durch seine Militärmaschine gestillt werden, indem fremde Ländern ausgepresst werden. Die westliche Wirtschaft ist verwest - sie produziert kaum reale Werte, sondern hauptsächlich virtuelle Waren. Würden ausländische Staaten den Fluss an Kapital und Gütern einstellen, würden die Vereinigten Staaten sofort in sich zusammenbrechen - daher müssen alle Staaten der Erde mit Gewalt dazu gezwungen werden, die USA zu ernähren.
## 50 Regierungen von CIA gestürzt
In den letzten 60 Jahren hat die amerikanische Regierung in über 50 Ländern die Regierungen gestürzt. Die CIA dient als Werkzeug zur Einmischung in andere Länder. Wenn eine militärische Invasion nicht möglich ist, werden andere Methoden angewendet, um Regierungen zu stürzen, die sich den USA widersetzen, z.B. Putsche und Revolutionen, die durch Desinformation und Volksverhetzung künstlich geschaffen werden. Sollte eine Regierung versuchen, die Souveränität des eigenen Landes wiederherzustellen, damit dessen Ressourcen dem eigenen Volk und nicht den USA zu Gute kommen, werden die Vereinigten Staaten versuchen, diese Regierung auszulöschen.

"Aus der Perspektive der einfachen Leute sah alles anders aus. Mehrere Jahrzehnte mussten vergehen, bevor viele von ihnen erfahren haben, dass die Ereignisse, die das Leben in ihren Ländern geändert haben, etwas anderes waren, als sie dachten, nicht das, als was sie schienen"
http://youtu.be/D6je5k_GDHg
Das Reich des Guten (Doku)
http://youtu.be/D6je5k_GDHg


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