Freitag, 28. Oktober 2011

einblick 19/2011 vom 28.10.2011

Finanzkrise : Banken regulieren – Arbeitsmarkt stärken

Der Deutsche Bundestag hat der Hebelung des Euro-Rettungsschirms EFSF zugestimmt. Vor den Verhandlungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem Krisengipfel der Euroländer in Brüssel erinnert der DGB noch einmal daran, die ArbeitnehmerInnen und ihre Rechte nicht zu vergessen.

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Mindestlohn: In der Warteschleife

Das Thema Mindestlohn ist endlich auch bei Schwarz-Gelb angekommen. Trotzdem warten drei Mindestlohn-Tarifverträge darauf, allgemeinverbindlich erklärt zu werden. Einige CDU-Landesverbände positionieren sich derweil zum gesetzlichen Mindestlohn.

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ver.di-Gewerkschaftsarbeit: Die Beschäftigten bestimmen selbst

Mit der bedingungsgebundenen Gewerkschaftsarbeit schlägt ver.di neue Wege ein, um mehr Beschäftigte zu mobilisieren. Im Gesundheitsbereich ist diese Strategie erfolgreich. einblick zeigt, was dahinter steckt.

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Fachkräftemangel: Das Phantom der Unternehmer

„Die Magie der Prognose“ haben die Autoren des Buches „Lügen mit Zahlen“ ein Kapitel genannt. In diesen Bereich fallen auch die Zahlen über den zu erwartenden Fachkräftemangel. Der Statistiker Prof. Gerd Bosbach zeigt, wie mit Zahlen Fakten geschaffen werde. Er empfiehlt die Frage: Cui bono – wer hat den Vorteil?

(Seite 7)

Http://www.einblick.de

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Montag, 26. September 2011

SÜDWIND-Studie: „Jede geht – warum nicht Du?“

Arbeitsmigration westafrikanischer Frauen – ein Blick nach Ghana, Marokko und in die EU

Siegburg, 26. September 2011: In der heute erschienenen Studie „Jede geht – warum nicht Du?“ verfolgt SÜDWIND den Migrationsweg westafrikanischer Frauen und untersucht zentrale Ursachen und Motive der Migration. Dabei konzentriert sich die Studie insbesondere auf die Arbeitsmigration von Ghanaerinnen, die nach Marokko und auch in die EU ziehen, und fragt nach den sozialen, ökonomischen und rechtlichen Verhältnissen, in denen Migrantinnen in den Zielländern leben. Viele von ihnen leben irregulär in Europa, haben keine Arbeitserlaubnis und können nur im informellen Sektor arbeiten. Diese Arbeitsverhältnisse sind alle ungeschützt und bieten in der Regel keine verlässliche Einkommensquelle und keine soziale Sicherheit.

SÜDWIND plädiert daher für die Umsetzung international verankerter (Arbeits-) Schutzrechte für MigrantInnen, für stärkere gewerkschaftliche und zivilgesellschaftliche Ansätze zur Durchsetzung von Arbeitsrechten, für eine umfassende Legalisierung der zurzeit irregulär in Deutschland lebenden Menschen und eine grundlegende Umorientierung der EU-Handels- und Agrarpolitik.

Anders als das in der europäischen Öffentlichkeit dominierende Bild von schwarzen, jungen, männlichen Bootsflüchtlingen, die ‚in Massen‘ nach Europa strömen, zeichnet die Studie ein differenzierteres Bild von Migration und trägt zur Widerlegung des ‚Mythos der Invasion‘ bei: Die Hälfte der 200 Mio. internationalen MigrantInnen ist weiblich, irreguläre Migration macht ca. ein Viertel dieser Gesamtzahl aus und nur ca. 1 % der afrikanischen MigrantInnen migriert nach Europa.

Dennoch ist in den letzten Jahren ein Wachstum sowohl der Süd-Nord-Migration als auch eine Feminisierung der Migration festzustellen. Mit letzterem ist vor allem die zunehmend unabhängige Migration insbesondere junger und gebildeter Frauen gemeint, die weltweit festzustellen ist. Zu dieser Entwicklung hat die wachsende Nachfrage nach gering qualifizierter Dienstleistungsarbeit sowie landwirtschaftlicher Tätigkeit in den Industrieländern genauso beigetragen wie die anhaltende relative Armut in den Herkunftsländern, in der Studie dargestellt am Beispiel Westafrikas, und die Exportpolitik der EU, die z.B. die landwirtschaftlichen Betriebe von Ghanaerinnen in den Ruin getrieben hat.

Die Betrachtung der EU zeigt, dass sich die prekäre Aufenthalts- und Arbeitssituation, die insbesondere Frauen auf dem Migrationsweg erleben, in der Zielregion EU fortsetzt. Die EU-Politik hat sich bisher angesichts dieser Situation auf die Bekämpfung der irregulären Migration konzentriert und dabei durch die Beschränkung regulärer Einreise- und Aufenthaltsmöglichkeiten immer mehr Menschen auf den irregulären Weg gedrängt. Die Etablierung und Kontrolle von Grenzen und die Funktionalisierung Nordafrikas als Sicherheitsgürtel für Europa machen Migrationswege für die Mehrheit der Menschen, die nach Europa wollen, riskanter und tödlicher. Es gibt Berichte über MigrantInnen, die die Grenze zwischen Algerien und Marokko bis zu 30 mal überschritten haben und unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen ohne Getränke und Nahrung in der Wüste ausgesetzt wurden, zurückkehrten und das Gleiche wieder erlebten.

„Eine Verbesserung der Situation von MigrantInnen“, so die Autorin der Studie, Sabine Ferenschild „ist notwendig und ein Gebot der Humanität“. Zugleich mache die Studie aber durch die zahlreichen Verweise auf die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftsweisen und Migrationsformen deutlich, dass für die ‚Verbesserung‘ der Situation von MigrantInnen strukturelle Veränderungen des Wirtschaftssystems selbst nötig wären: Ein nachhaltiger Umgang mit Rohstoffen und Agrarprodukten, eine an lokalen Bedürfnissen orientierte Güterproduktion und die globale Etablierung menschenwürdiger Arbeitsformen gehören damit auf die migrationspolitische Agenda.

Da die Studie zunächst nicht in gedruckter Fassung erscheinen wird, steht sie auf der Website www.suedwind-institut.de zum Download bereit.

Kontakt: Dr. Sabine Ferenschild, Telefon: 02241-259 530, Mobil: 0160-2875655, E-Mail: ferenschild@suedwind-institut.de



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Donnerstag, 22. September 2011

Buch-Tipp: Wintergarten

Maria Sansoni-Köchel, Lutz Köhler
Wintergärten. Das Praxisbuch.
2011. 192 Seiten, 295 Farbfotos und Zeichnungen, gebunden.
Art.-Nr.: 408519,
Preis: 24,95 €



Dieses Praxisbuch zeigt auf fast 300 Fotos und Zeichnungen, wie Sie professionell einen Wintergarten planen, bauen und bepflanzen. Maria Sansoni-Köchel und Dr. Lutz Köhler führen in die technischen Grundlagen ein und begleiten durch die Bau-Phasen.

Realisierte Beispiele bieten Inspiration. Dazu gibt es Porträts der Pflanzen, die optimal für die verschiedenen Wintergarten-Typen geeignet sind.

Info: http://www.Wissenschaft-Shop.de


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Samstag, 6. August 2011

Öffentliche Tagung Friedrich Engels' "Geschichte Irlands" (1869/70)

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Berlin 11.08.2011 ab 13:30 - 12.08.2011 14:00
Friedrich Engels' "Geschichte Irlands" (1869/70) im Kontext der Deutsch-Irischen Beziehungen im 19. Jahrhundert

Irland war im 19. Jahrhundert eine politische Symbolnation, die aus unterschiedlichen Perspektiven für deutsche Reformer und Arbeiterradikale paradigmatische Bedeutung hatten. Friedrich Engels unternahm 1869 eine Irland-Reise und begann anschließend eine deutschsprachige Geschichte Irlands zu schreiben. Intensiv studierte er Geschichte und Politik Irlands, selbst die irische Sprache.
Link: http://idw-online.de/de/event35932

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Dienstag, 2. August 2011

Hintergrundwissen: diskriminierungsfreie Betriebs- und Dienstvereinbarungen

von Andrea Jochmann-Döll und Karin Tondorf

Betriebliche Vereinbarungen werden zu einer Vielzahl von Themen abgeschlossen. Dabei kann man jeweils die Frage stellen, ob die Regelungen diskriminierungsfrei sind nach den Maßstäben des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), um Beschäftigte nicht zu benachteiligen.

Die neue Reihe Hintergrundwissen geht Fragen nach, die sich damit befassen. Jedes Papier behandelt einen der folgenden Regelungsbereiche: Entgelt, Arbeitszeit, Stellenausschreibung und Personalauswahlverfahren, Qualifizierung, Beschäftigungssicherung, Chancengleichheit. Der Schwerpunkt liegt hier zunächst auf Diskriminierungsaspekten aufgrund des Geschlechts.
mehr: http://www.boeckler.de/37114.htm


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Mittwoch, 22. Juni 2011

Niedrigzinsstrategie kann Euro-Krise lösen

IMK: Auch "weicher" Schuldenschnitt birgt große Risiken Eine Umschuldung in Griechenland würde keine nachhaltige Entlastung des Krisenlandes bringen, aber auf den Finanzmärkten Misstrauen und Spekulation befeuern. Dieses Risiko besteht bei einem harten "Hair cut", bei dem Gläubiger einen Teil ihrer Forderungen abschreiben müssen, aber auch im Fall einer "weichen" Umschuldung. Gerieten dadurch andere Euro-Länder wie Portugal, Irland oder Spanien unter zusätzlichen Druck, bekämen auch deutsche Banken und Exporteure erhebliche Probleme. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung in einer neuen Untersuchung.* Eine auf Eurobonds gestützte Niedrigzinsstrategie eröffnet dagegen nach Analyse von Prof. Dr. Gustav A. Horn, Fabian Lindner und Dr. Torsten Niechoj einen deutlich risikoärmeren Weg zur Lösung der Euro-Krise. Eine Beteiligung privater Finanzmarktakteure werde durch eine Finanzmarkttransaktionssteuer erreicht sowie durch eine wirklich substantielle Bankenabgabe. - Geringer Vorteil, großes Risiko - 25 bis 35 Prozent - in diesem Korridor lag nach einer Studie von Experten des Internationalen Währungsfonds der Abschlag, den private Gläubiger bei den meisten Staatsinsolvenzen zwischen 1998 und 2005 hinnehmen mussten. Im Falle Griechenlands würde ein Schnitt von 35 Prozent zwar die Schulden und auch den Zinsdienst zunächst massiv verringern. Er dürfte aber einen Zusammenbruch des griechischen Bankensystems provozieren und die schon jetzt sehr fragile griechische Wirtschaft weiter schwächen, prognostiziert das IMK. Schließlich haben griechische Banken dem Staat so viel Geld geliehen, dass die Forderungen im vierten Quartal 2010 gut 150 Prozent ihres gesamten Eigenkapitals und ihrer Reserven ausmachten. Ihre Rettung würde wieder öffentliche Hilfen in Anspruch nehmen - und die griechischen Staatsschulden damit erneut deutlich nach oben treiben. Die anfängliche Schuldenreduktion wäre ein Pyrrhussieg, warnt das IMK. "Sanfte" Formen des Schuldenschnitts, etwa die Verlängerung von Kreditlaufzeiten, würden das Bankensystem auf den ersten Blick nicht so stark treffen. "Solche Ansätze haben allerdings bestenfalls symbolische positive Wirkungen. Und das wahrscheinlich zu einem hohen Preis", sagt Gustav Horn, der Wissenschaftliche Direktor des IMK. Denn schon eine "weiche" Umschuldung dürfte die ohnehin nervösen Finanzmärkte weiter irritieren. Ratingagenturen könnten die Friststreckung als Zahlungsausfall bewerten. Aus Sicht der Anleger würde die gesamte Euro-Union zur Risikozone, in der Staatsinsolvenzen prinzipiell möglich sind, weil keine mächtige nationale Zentralbank mit aller Konsequenz eingreift. Dadurch hätte nicht nur Griechenland viele private Kreditgeber dauerhaft verprellt. Auch alle anderen Euro-Länder müssten höhere Zinsen als Risikoaufschlag auf ihre Staatsanleihen zahlen, so das IMK. Irland oder Portugal und selbst Spanien könnte das neue, schwere Probleme bringen - weil sich dann neue Spekulationsattacken gegen diese Länder richten würden. - Ausweg Abwertung versperrt - Die Griechen, so die Wissenschaftler, hätten es nach einer Umschuldung an den Kreditmärkten womöglich sogar schwerer als Argentinien nach der Staatspleite von 2002. Zwar muteten die Südamerikaner ihren Gläubigern Abschläge von 73 Prozent zu. Durch eine starke Abwertung der Landeswährung wurden argentinische Exportgüter aber relativ schnell konkurrzenzfähig, das machte das Land für ausländische Gläubiger wieder attraktiv. Griechenland und anderen Euro-Staaten ist dieser Ausweg versperrt, weil sie keine eigene Währung besitzen. Damit fehle den Hellenen ein wichtiges Instrument, um ihr seit Jahren hohes Leistungsbilanzdefizit rasch zu reduzieren, so das IMK. Eine so genannte reale Abwertung über schwächere Lohnsteigerungen sei notwendig, aber sie werde die griechische Wettbewerbsfähigkeit erst langfristig verbessern. Und das auch nur unter einer Voraussetzung, betonen die Forscher: In Euro- Staaten wie Deutschland, die massive Leistungsbilanzüberschüsse verzeichnen, müssten Investitionen und Löhne stärker als bisher steigen, um für Nachfrage zu sorgen. - Rückkehr zur Drachme? Euro droht massive Aufwertung - Theoretisch könnte Griechenland zwar zur Drachme zurückkehren und abwerten. Es würde dann aber vollends von seinen Altschulden erdrückt, wenn diese weiterhin in Euro lauten. Auch die übrigen Mitglieder der Währungsunion hätten gravierende Nachteile, analysiert das IMK. Auf den Finanzmärkten dürften sich dann die Zweifel an der Zahlungs- und "Euro-Fähigkeit" von Ländern wie Portugal, Irland und Spanien verstärken. "Es könnte sich das wiederholen, was bereits die portugiesischen und irischen Rettungsmaßnahmen nötig gemacht hat: eine sich selbst erfüllende Prophezeiung", warnen die Forscher. Sollten diese Staaten dann auch zu einem Schuldenschnitt gezwungen sein und diesen mit einem Austritt aus der Währungsunion verbinden, "wäre dies gleichbedeutend mit dem Ende des Euroraum, wie wir ihn kennen." Folge: Der "Rest-Euro" dürfte drastisch aufwerten, weil Anleger aus den ausgeschiedenen Staaten ihr Kapital in Euro-Anlagen umschichten. Darunter würde die internationale Konkurrenzfähigkeit etwa der deutschen Exporteure leiden. - Härtetest für Banken - Auch auf den deutschen Bankensektor käme ein Stresstest zu. Müssten Gläubiger gegenüber öffentlichen und privaten Schuldnern in Griechenland 50 Prozent ihrer Forderungen abschreiben, verlören die deutschen Banken, Stand Dezember 2010, zwar lediglich bis zu 15 Milliarden Euro. Das entspräche knapp 4 Prozent ihres Eigenkapitals von gut 380 Milliarden. Weitaus gravierender könnten aber die indirekten Effekte ausfallen, wenn auch Irland, Portugal oder Spanien auf den Finanzmärkten unter weiteren Druck gerieten. So hielten die deutschen Banken im Dezember 2010 gegenüber staatlichen und privaten Schuldnern in Griechenland, Portugal, Irland und Spanien Forderungen in einer Höhe von rund 94 Prozent ihres Eigenkapitals. "Auch wenn nicht genau klar ist, inwieweit die Forderungen schon Wertberichtigungen enthalten, ist das doch eine massive Größe, die das deutsche Bankensystem vor schwere Herausforderungen stellen würde", schreiben Horn, Lindner und Niechoj. "Bei einer großen Panik des Finanzsystems müsste in Deutschland wieder - wie schon 2008 - der Staat dem Finanzsystem beispringen, indem er sich nochmals stark verschuldet und private in öffentliche Schuld überführt, um einem Bankenkollaps vorzubeugen." Die Europäische Zentralbank hält ebenfalls erhebliche Forderungen in Griechenland, die von einem Schuldenschnitt betroffen wären. Experten nehmen an, dass die EZB bis März 2011 der griechischen Notenbank rund 85 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt hat. Und für schätzungsweise weitere 50 Milliarden Euro hat die EZB griechische Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt gekauft. - Niedrigzinsen als Alternative - Angesichts dieser Risiken favorisieren die Wissenschaftler einen neuen Weg zur Euro-Stabilisierung. "Anders als die bisherige Strategie, die ohne Perspektive von Hilfsprogramm zu Hilfsprogramm stolpert, gilt es Lösungen zu finden, die auch ein Ende der Krise glaubhaft erscheinen lassen." Als bessere Alternative empfiehlt das IMK daher eine Niedrigzinsstrategie: Erstens solle der Rettungsschirm der Euro-Staaten alle bereits ausgegebenen Staatsanleihen garantieren. Zweitens regen die Ökonomen die Ausgabe von so genannten Eurobonds an, Staatsanleihen, für die die Euro-Staaten auch zukünftig gemeinsam bürgen und die deshalb zu einem vergleichsweise niedrigen Zinssatz von rund drei Prozent verkauft werden könnten. Für den Zeitraum bis 2015 haben das IMK und seine europäischen Partnerinstitute - das OFCE aus Paris und das Wiener WIFO - berechnet, wie sich eine Niedrigzinsstrategie auswirken würde. Kernergebnis: Vor allem die Krisenstaaten, aber auch die deutsche Wirtschaft würden von einem stärkeren Wachstum profitieren. Das würde es erleichtern, die Schuldenprobleme in den Griff zu bekommen, so die Forscher. Die Modellrechnung lässt erwarten, dass Griechenland die Abwärtsspirale aus hohen Zinsforderungen, schlechten Ratings und steigender Verschuldung durchbrechen könnte. So würde die Staatsschuldenquote im Niedrigzinsszenario bis 2015 auf rund 110 Prozent der Wirtschaftsleistung zurückgehen - ganz ohne Schuldenschnitt und seine möglichen Negativ-Folgen. - Finanzmärkte über Transaktionssteuer an Krisenkosten beteiligen - "Aus ökonomischen Gründen und aus Gründen der Gerechtigkeit ist es wichtig, private Finanzmarktakteure an den Kosten der Krise zu beteiligen", betont Gustav Horn. "Aber ein Schuldenschnitt ist angesichts der dargestellten Risiken das falsche Instrument. Hingegen könnten eine Finanzmarkttransaktionssteuer und eine Bankenabgabe, die riskantes Verhalten weitaus konsequenter sanktioniert als die von der Bundesregierung beschlossene Variante, genau das leisten. Es ist höchste Zeit, diese Projekte ernsthaft voranzutreiben." *Gustav A. Horn, Fabian Lindner, Torsten Niechoj: Schuldenschnitt für Griechenland - ein gefährlicher Irrweg für den Euroraum. IMK Report 63, Juni 2011. Download: http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_report_63_2011.pdf

Dienstag, 5. April 2011

Böckler Impuls Nr. 6 vom 30. März 2011

Der Informationsdienst der Hans-Böckler-Stiftung bringt alle zwei Wochen auf acht Seiten prägnante Analysen und Berichte rund um die Themen Arbeit, Wirtschaft und Soziales. Kurz und anschaulich für Leute mit Zeitnot geschrieben, wertet er konsequent wissenschaftliche Quellen und fundierte Fachsichten aus. Bereichert durch viele Grafiken und Schaubilder, die auch zum Nachdruck abrufbar sind. http://www.boecklerimpuls.de


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