Freibrief für Geheimniskrämerei
Die Unternehmen können künftig selbst definieren, was ein Geschäftsgeheimnis ist. Für den entsprechenden EU-Richtlinienentwurf stimmte Mitte April die Mehrheit des Europäischen Parlaments.
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Rente: Holzweg private Vorsorge
Die Regierungsparteien haben das Thema Rente entdeckt, sie wollen das Niveau der gesetzlichen Rente stabilisieren. „Gut so“, findet der DGB. Die Gewerkschaften fordern einen generellen Kurswechsel in der Altersvorsorge.
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IG Metall als Behindertenverband anerkannt
Die IG Metall ist jetzt offiziell als Behindertenverband anerkannt. Einen entsprechenden Bescheid erteilte auf Antrag der IG Metall jüngst das Bundesarbeitsministerium.
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Der Ausgang bleibt offen
Bernie Sanders und Donald Trump, Kandidaten im Rennen und die US-Präsidentschaftskandidatur die unterschiedlicher kaum sein könnten, punkten beide bei den US-Beschäftigten. Die Ursachen beschreibt Wilma B. Liebman, ehemalige Vorsitzende des US National Labor Relations Board.
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Freitag, 22. April 2016
UNSER HARZ April
Erdfälle – Geotop des Jahres 2016, Benneckenstein im Mittelalter (Teil 2), Harzer Künstlerpostkarten: Tiermaler und Wandmalerei, Neuer Band der Nationalpark-Schriftenreihe: Spinnen – bemerkenswerte Vielfalt auf acht Beinen
Clausthal-Zellerfeld. In der Gipskarstlandschaft am Südharzrand und darüber hinaus in der weiteren Harzregion sowie seinem nördlichen Vorland gibt es Tausende von Dolinen und Erdfällen, große und kleine, alte und neue. Sie wurden zum Geotop des Jahres 2016 erklärt. Beispielhaft für die Fülle der schutzwürdigen Erdfälle steht der Juessee in Herzberg an Harz. Lesen Sie hier, wie sie entstanden und noch entstehen, welche verschiedenen Formen von Erdfällen es gibt und warum sie so wertvoll und erhaltenswert sind.
Es gibt Hinweise darauf, wo einst die Burg der Honsteiner in Benneckenstein gestanden hat, auch wenn archäologisch nicht mehr viel nachzuweisen ist. Ein Kaufvertrag von 1424 gibt jedoch einige Einzelheiten über die Burg preis. Auch die Grenzen des Burgamts Benneckenstein lassen sich aus alten Aufzeichnungen definieren, bis diese später durch Grenzsteine markiert wurden. Diese Steine sind leider nicht mehr vollständig vorhanden und werden jetzt dokumentiert. Auszüge aus „Burgfriede“ und „Einung“ von 1424 vermitteln ein lebendiges Bild des damaligen gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Im zweiten Teil der neuen Serie über Harzer Künstlerpostkarten werden nicht nur sehr naturalistisch gemalte Tierpostkarten, sondern auch dergleichen Darstellungen in großen Wandgemälden vorgestellt. Auch das auf dem Titelbild zu sehende, die Barbarossa-Sage darstellende Wandbild von Hermann Wislicenus aus der Kaiserpfalz Goslar gehört in diese Zeit.
420 Webspinnenarten sind im Nationalpark Harz nachgewiesen, dazu kommen noch 19 Weberknechtarten. Für einige von ihnen stellt der Harz den einzigen bekannten Fundort dar. Im Nationalparkforum wird das neue, 371 Seiten umfassende Spinnenbuch aus der Nationalpark-Schriftenreihe vorgestellt, in dem fast alle Arten mit hochwertigen Fotos dokumentiert werden.
Anl. Fotos frei mit dieser PI: Erdfall Jues-See in Herzberg am Harz, Foto Detlef Tront; Erdfall im Lüderholz bei Herzberg am Harz, Foto Firouz Vladi.
UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):
Altenau: GLC-Touristinformation
Bad Harzburg: Haus der Natur, Nordhäuser Str. 2B
Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark
Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph Roemer-Str. 12 und Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16
Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus
Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage
Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Stille, Dr. Willi Bergmann-Str. 1
Herausgeber
Schriftleitung UNSER HARZ
Brigitte Lippmann
Ringstr. 30G
38678 Clausthal-Zellerfeld
108b@gmx.de
Tel. 05323 / 718474
Montag, 18. April 2016
Wer ist eigentlich der Souverain?
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
zwei dringende Hinweise schicken wir in den Frühlingshimmel und wünschen Ihnen jeweils viel Vergnügen!
Jetzt im Kino: Alan Bennett: Die Lady im Lieferwagen. (vorher natürlich das Buch lesen!)
Und: unser Geburtstagsbuch für die englische Monarchin, die 90 Jahre alt wird: Alan Bennett: Die Souveräne Leserin.
Mit britischem Understatement –
Ihr Verlag Klaus Wagenbach
einblick-Ausgabe 04/2016
Leiharbeit und Werkverträge: Union bricht Koalitionsvertrag
Erklärtes Ziel der Bundesregierung war es, den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen einzudämmen. Aber selbst ein abgespeckter Gesetzentwurf von Andrea Nahles wird nun von der Union blockiert. Die Gewerkschaften halten dagegen.
(Seite 1)
„Die Schule wird zum Schutzraum“
Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe spricht im einblick-Interview über Unterricht mit Flüchtlingskindern, den LehrerInnen-Mangel und die Herausforderungen für die Zukunft des deutschen Bildungswesens.
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Bildung : Lobbyismus im Klassenzimmer
Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände nehmen viel Geld in die Hand, um in Schulen für ihre Sicht auf Wirtschaft, Finanzen und Arbeitsleben zu werben. Klamme öffentliche Haushalte machen es den Lobbyisten leicht.
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Gleichstellungspolitik: Raus aus der Teilzeitfalle
Mehr Arbeitszeitsouveränität für die Beschäftigten fordern die DGB-Frauen anlässlich des Internationalen Frauentags. Vor allem muss die Bundesregierung den versprochenen gesetzlichen Anspruch auf befristete Teilzeit endlich umsetzen, fordert DGB-Expertin Anja Weusthoff.
(Seite 7)
www.einbilck.de
Donnerstag, 14. April 2016
einblick-Ausgabe 6/2016
Tarifbindung im Fokus
Immer mehr Beschäftigte arbeiten in Betrieben ohne Tarifbindung. Die Gewerkschaften wollen diese Entwicklung stoppen. Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts stärkt die Tarifbindung im Handwerk.
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Arbeitsforschung 4.0
Mit dem Programm „Zukunft der Arbeit“ will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Auswirkungen der Digitalisierung in der Arbeitswelt erforschen. Die Gewerkschaften waren an der Erarbeitung beteiligt. Welche Akzente sie setzen konnten, erklärt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach im einblick-Interview.
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Enormes innovatives Potenzial
Zukunftsweisende Projekte in der Arbeitsforschung und der -gestaltung will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit dem neuen Programm „Zukunft der Arbeit“ fördern. Ministerin Johanna Wanka erläutert, wie „wir die neue Arbeitswelt menschlich und sozial gestalten wollen“.
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Wir für Mehr!...Gerechtigkeit!
In der Tarifrunde 2016 der Metall- und Elektroindustrie geht es nicht nur um mehr Einkommen für die Beschäftigten, sondern auch darum, der Destabilisierung des gesamten Tarifsystems entgegenzuwirken. Weshalb beides zusammengehört, erklärt Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall.
(Seite 7)
+++ 9. April Demo in München +++
Für den 9. April, 11 Uhr rufen DGB und Gewerkschaften zu einer Kundgebung in München für ein wirksames Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen auf.
www.dgb.de/-/OtI
Alles lesen: www.einblick.de
Donnerstag, 7. April 2016
Panama, Briefkastenfirma und lustige Ausreden
Poroschenko wehrt sich gegen Vorwürfe
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko (rechts im Bild) weist den Verdacht der Steuerhinterziehung über eine Briefkastenfirma in Panama von sich. Er habe die Gesellschaft in dem mittelamerikanischen Land aufgesetzt, um seine geschäftlichen von seinen politischen Interessen zu trennen, sagte Poroschenko am Mittwoch. Er habe die Offshore-Firma aufgesetzt, nachdem er zum Präsidenten gewählt worden sei.
Ach so.
Sonntag, 20. März 2016
Frauen von eigenständiger Sicherung im Alter weit entfernt
Tiefe Kluft zwischen Frauen und Männern bei der Rente
Der Lohnrückstand von Frauen ist in Deutschland mit konstant 22 Prozent sehr groß im europäischen Vergleich. Doch schaut man auf die Renten, fällt der Abstand noch weitaus gravierender aus. Das konstatieren Dr. Christina Klenner, Gender-Expertin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, sowie Dr. Peter Sopp und Dr. Alexandra Wagner vom Forschungsteam Internationaler Arbeitsmarkt in Berlin. In einer neuen Auswertung aktueller Daten aus dem WSI GenderDatenPortal haben sie dokumentiert, welche Unterschiede es bei der Alterssicherung zwischen Frauen und Männern gibt. Nach ihrer Analyse sind Frauen sowohl bei der gesetzlichen Rente als auch bei der betrieblichen Altersversorgung klar im Nachteil. Gleichzeitig profitieren sie stärker von Elementen des sozialen Ausgleichs im Rentenrecht, vor allem bei der Hinterbliebenenversorgung.
Die Rente sei damit ein "Spiegelbild der geschlechtsspezifischen Ungleichheiten bei der Erwerbsbeteiligung", heißt es in der Studie, die heute als WSI-Report erscheint.* Dass Arbeitnehmerinnen schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen, häufiger in Minijobs oder Teilzeit beschäftigt sind und oft Auszeiten für die Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen nehmen müssen, weil Männer hier weniger Zeit investieren, habe Folgen für die finanzielle Situation im Alter. Ausgleichsmechanismen wie die Anrechnung von Erziehungszeiten könnten diese Schieflage nur zum Teil korrigieren.
Betrachtet man alle eigenen Alterssicherungseinkommen aus gesetzlicher Rente, privater Vorsorge und Betriebsrenten, zeigt sich eine erhebliche Lücke zulasten von Frauen. Klenner, Sopp und Wagner zitieren Berechnungen der Rentenexpertin Brigitte Loose, denen zufolge der "Gender Pension Gap" 2011 bei 57 Prozent lag. Im Osten, wo Frauen traditionell häufiger berufstätig sind, war die Kluft mit 35 Prozent deutlich kleiner als im Westen mit 61 Prozent. Langfristig zeigt sich ein Trend zur Angleichung zwischen den Geschlechtern: 1992 betrug der Unterschied in Deutschland noch 69 Prozent.
Als gesetzliche Altersrente erhielten Frauen 2014 durchschnittlich 618 Euro, Männer 1.037 Euro. Das entspricht einer Differenz von über 40 Prozent. Wesentlich besser schneiden Frauen bei den Hinterbliebenenrenten ab: Witwen bekommen mit 592 Euro im Schnitt etwa doppelt so viel ausbezahlt wie Witwer. Der Grund: Die Rente des verstorbenen Ehepartners war bei den Witwen in der Regel höher als bei den Witwern, die eigenen Altersbezüge, die auf die Hinterbliebenenrente angerechnet werden, fallen bei den Frauen geringer aus.
Erheblich zurück liegen die Frauen bei der betrieblichen Altersvorsorge: 2011 bezogen 25 Prozent der männlichen und sechs Prozent der weiblichen Ruheständler eine Betriebsrente der Privatwirtschaft. Die Zahlungen waren mit 574 Euro bei den Männern im Schnitt fast dreimal so hoch wie bei den Frauen. Zumindest bei der Reichweite zeichnet sich aber eine Änderung ab: Aktuell erwerben 46 Prozent der Arbeitnehmerinnen und 51 Prozent der Arbeitnehmer Ansprüche in der betrieblichen Altersvorsorge der Privatwirtschaft. Im öffentlichen Dienst geht es schon jetzt ausgeglichener zu. Männer und Frauen erhalten hier ähnlich oft Leistungen aus einer Zusatzversicherung. Allerdings beziehen die männlichen Rentner durchschnittlich 392 Euro, die weiblichen nur 250 Euro. Bei den staatlichen Zulagen für die Riester-Rente haben die weiblichen Sparer die Nase vorn, was vor allem mit der Kinderzulage zusammenhängen dürfte.
Angesichts der Unwucht bei den Rentenbezügen überrascht es nicht, dass Frauen etwas häufiger als Männer auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind. 2014 waren 314.000 oder 3,2 Prozent der Frauen über 64 und 201.000 oder 2,7 Prozent der Männer betroffen. Ausschlagegebend für die seit Jahren kontinuierlich steigende Zahl ist der Analyse zufolge das sinkende Niveau der gesetzlichen Rente - bei gleichzeitig steigendem Grundsicherungsniveau.
Zumindest in einer Hinsicht stehen Frauen deutlich besser da als Männer: Sie beziehen wegen der höheren Lebenserwartung im Schnitt fünf Jahre länger Rente. Bei den Hinterbliebenenrenten ist die Zahl der weiblichen Leistungsberechtigten auch deshalb ungleich höher, weil viele Frauen jünger als ihre Ehepartner sind.
Alles in allem sei die Rentenlücke angesichts steigender Frauenerwerbstätigkeit und stärkerer Anerkennung von Erziehungszeiten zuletzt zwar kleiner geworden, resümieren Klenner, Sopp und Wagner. Es sei aber noch viel zu tun. Notwendig für eine eigenständige Alterssicherung wären Verbesserungen bei den Erwerbschancen im Allgemeinen und bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Besonderen. Zudem gehörten die Rentenreformen des vergangenen Jahrzehnts auf den Prüfstand: Die Kürzungen bei der gesetzlichen Rente hätten das Risiko der Altersarmut erhöht, das Drei-Säulen-Modell sei insgesamt gescheitert und habe die Geschlechterunterschiede zum Teil sogar verstärkt. Empfohlen wird die Rückbesinnung auf eine gesetzliche Rente, die sich an der Sicherung des Lebensstandards orientiert.
*Christina Klenner, Peter Sopp, Alexandra Wagner: Große Rentenlücke zwischen Männern und Frauen, WSI Report 29, März 2016. Download: http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_29_2016.pdf
Zum Report gibt es einen Tabellenband mit allen Daten: http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_29-1_2016.pdf
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